Game Developers Conference 2002

03.04.2002

Von Marc Kamradt

Vom 19. bis 23. März fand die diesjährige GDC im kalifornischen San Jose statt zu der sich Spieleentwickler aus aller Welt einfinden, um Vorträge, Workshops und Gesprächsrunden zu organisieren oder an ihnen teilzunehmen. Das Ganze ist als Plattform für den Informationsaustausch unter den verschiedenen Entwicklern gedacht.

Vor dem Conference Center

Vorträge

Für alle an der Produktion eines Spiels beteiligten Aufgabenfelder gab es Duzende von Vorträgen, so dass man manchmal gar nicht alles sehen und hören konnte, was einem interessant erschien.

Oftmals waren die Vorträge verknüpft mit den Erfahrungen, die die Sprecher bei der Entwicklung ihres letzten größeren Projekts machten und so konnte man sich das eine oder andere Mal einen guten Eindruck von den Methoden machen, mit denen andere Entwickler an Spiele wie Star Wars: Rouge Leader, Age of Mythology oder auch Jak & Daxter herangehen. Der Detailgrad war jedoch von Vortrag zu Vortrag recht unterschiedlich und reichte von grundlegenden Spielelementen bestimmter Genres bis hin zu seitenweise Formeln von physikalischen Simulationsmodellen.

Einer der Sprecher, der mich sowohl letztes, als auch dieses Jahr besonders beeindruckt hat ist Ken Perlin. Den Grad an Realismus und Glaubwürdigkeit, den er Charakteren mittels prozeduraler Animation einhaucht lässt so manche gute Animation eines erfahrenen Grafikers recht hölzern wirken. Es scheint sich abzuzeichnen, dass eine gute Kombination aus erstellten und errechneten Animationen die Lebendigkeit eines Spielcharakters noch deutlich erhöhen kann. Man darf gespannt sein, wann diese Techniken in Spielen auftauchen werden.

In den Pausen tauscht man sich mit anderen aus

Die Expo

Angeschlossen an den Bereich, in dem die Vorträge und Workshops gehalten wurden war noch eine Expo, auf der die Sponsoren und andere Firmen ihre Produkte rund um die Spieleentwicklung präsentierten.

So gab es beispielsweise von nVidia einige Demonstrationen der Möglichkeiten ihrer GeForce4, mehrere Hersteller von 3D bzw. Game-Engines preisten die neuen Features der aktuellen Versionen an und Sony als auch Microsoft stellten ihre Konsolen mit den aktuellsten Spielen aus.

Besonders interessant für PS2-Entwickler: SN Systems hat eine Beta-Version ihres wirklich vielversprechenden „Tuners“ vorgestellt. Ein Profiler, mit dem man an alle Daten, die sich an einer PS2 messen lassen herankommt und diese ansprechend und sinnvoll zur Analyse dargestellt bekommt.

Teil der Expo war auch die sogenannte „Job-Fair“, bei der sich Software-Hersteller – meist aus den USA – die Anwerbung neuer Mitarbeiter erhofften. Den umgekehrten Weg nahm ein verzweifelter Programmierer: Er setzte sich in die Eingangshalle der GDC mit einem Schild auf dem zu lesen war: „Will program for food!“. Nun ja…

Ein wenig gefehlt hat das letztjährige GameSpy One-on-One Quake-Turnier, bei dem man gegen die Überquakerin Kornelia Takacs antreten konnte, um ein T-Shirt zu gewinnen (was aber nur eine Handvoll von über Hundert Teilnehmern schaffte – Und dabei spielte sie noch mit Handicap).

IGDA

Die „International Game Developers Association“ war Mitveranstalter und stellte ebenfalls zahlreiche Redner. Für Nicht-Europäer gab es von der IGDA während des Mittagsessens eine Vorstellung der „Demo-Scene“, die diese Form von „Unterhaltungssoftware“ so gut wie gar nicht kennen.

Ein alter Bekannter: Chris Hülsbeck [Factor 5] (links)

Fazit

Alles in allem kam mir die diesjährige GDC ein wenig unspektakulärer vor, als die letztjährige, was aber durchaus daran liegen könnte, das bei den vielen Parallelveranstaltungen die Highlights an mir vorbeigegangen sind. Nichtsdestotrotz: Wieder einiges gelernt und wieder einige alte Bekannte getroffen.