Infogrames / Cinemaxx Party

08.02.2002

Marc Kamradt

Die Party

Wie schon des Öfteren veranstaltete Infogrames zusammen mit Cinemaxx eine After-Cine-Party auf der die Gäste Videospiele antesten, den Dancefloor bevölkern oder nach VIPs aus Funk und Fernsehen Ausschau halten können. Diesmal fand das Event im Cinemaxx in Offenbach statt.

Die Präsentation von Infogrames stand vollständig unter dem Stern des neuen Atari-Labels. Überall Atari-Fahnen und -Poster, der DJ ebenfalls mit Atari-T-Shirt bekleidet. Der Neuaufbau der Marke auch als Lifestyle-Element ist offensichtlich. Wirkliche Neuigkeiten fand man allerdings unter den vorgestellten Produkten nicht: Splashdown und MX Rider waren zu sehen und zu spielen. Eine Demonstration der kommenden Highlights, wie die neuen Unreal-Spiele, die auch unter dem Atari-Label erscheinen werden vermisste man schmerzlich. Der Stimmung der anwesenden Videospieler und Cineasten tat das jedoch keinen Abbruch.

Als Gäste waren unter anderem Bro'Sis und Smudo von den Fantastischen Vier angekündigt, von denen man allerdings wenig sah. Eine angenehme Ausnahme machte Carsten von GIGA Games mit dem ich mich eine Zeit lang über den Alltag bei GIGA, Computerspiele und Medien unterhalten habe.

Carsten von GIGA Games

Carstens Arbeitstag fängt schon sechs Stunden vor der eigentlichen Sendung an: E-Mails lesen und für die News recherchieren nehmen die erste Zeit des Tages in Anspruch. Es wird entschieden welche Spiele in der Sendung vorgestellt werden sollen, jeden Tag müssen es Neue sein. Anschließend setzt er sich an die Konsole und testet drei bis vier Stunden lang das Spiel, über das später in der Sendung berichtet wird. Feste Kriterien bei der Beurteilung gibt es nicht, er verlässt er sich auf sein Gefühl und seine Erfahrung. Bevor dann endgültig die roten Lichter der Kameras aufleuchten schreibt er noch die Artikel für die Webseite, dann wird es Ernst.

Auf die Frage, ob er als Spieler und Tester Unterschiede zwischen deutschen und internationalen Titel sieht kommt eine überraschende Antwort: "Zwischen deutschen, europäischen und amerikanischen Spielen sehe ich keine großen Unterschiede. Im Gegensatz zu den japanischen Spielen schon - die sind viel ausgefallener. Wenn du in Japan eine Tanzmatte und BeatMania hast bist du der Held jeder Party!"

Zuviel Gewalt in Computerspielen? Das sieht Carsten nicht so, obwohl auch er es nicht für ein notwendiges Mittel hält Spannung zu erzeugen. Die Indizierungen der BPjS ärgern ihn jedoch: "Da sitzen dann drei Leute, die von der Materie keine Ahnung haben und entscheiden über die Indizierung von Computerspielen. Das finde ich nicht richtig." Noch unangenehmer fallen ihm jedoch die reißerischen Berichte der Presse auf, wenn bei Gewalttaten von Jugendlichen Videospiele verantwortlich gemacht werden: "Da findet man bei den Untersuchungen einen Ego-Shooter im Zimmer und schon ist alles klar. Ich sehe das so: Wer Spiel und Realität nicht auseinander halten kann, bei dem ist ganz grundsätzlich etwas nicht in Ordnung. Das ist sicher viel eher auf das Umfeld zurückzuführen, als auf Computerspiele."